Dreigestirn und Karneval

Karneval ist eines der wichtigsten Brauchtumsfeste im Rheinland, dort wo die Lebensgemeinschaft Eichhof ihr Zuhause hat.

So wird auch auf dem Eichhof jedes Jahr Karneval gefeiert und an „Weiberfastnacht – wenn das närrische Treiben auf den Straßen eröffnet wird – findet eine große Kostümparty im Haus der Begegnung statt. Es wird miteinander getanzt, gesungen und geschunkelt. Viele auswärtige Tanzgruppen treten in jedem Jahr bei dieser Feier auf. Diese Auftritte von Menschen, die außerhalb der Lebensgemeinschaft wohnen, genießen die Bewohner des Eichhofs immer sehr, sind es doch gerade solche Begegnungen, die sie spüren lassen, dass sie dazu gehören. Um dieses Erleben zu intensivieren, hat sich die Lebensgemeinschaft Eichhof 2013 entschieden, ein eigenes Dreigestirn mit Prinz, Bauer und Jungfrau aufzustellen. Dieses ist die Bezeichnung für die Repräsentanten des Karnevals, die während einer Session als offizielle Regenten über das närrische Volk auftreten. Sie werden jedes Jahr neu bestimmt, wobei der Prinz der höchste Repräsentant ist. Dem Bauern werden zu Beginn des Straßenkarnevals die Rathausschlüssel durch den Bürgermeister übergeben, was mit der „Machtübergabe“ an das Dreigestirn für diese Tage gleichzusetzen ist. Die Jungfrau symbolisiert die beschützende „Mutter Colonia“ – in Köln hat das Dreigestirn seinen Ursprung, wo es diese offizielle Bezeichnung seit 1938 gibt.
 
Durch die Inthronisierung eines eigenen Dreigestirns wird den Bewohnern des Eichhofs seit der Session 2013/14 nun ermöglicht, als Repräsentanten der Lebensgemeinschaft Eichhof bei Karnevalsfeiern in der Öffentlichkeit aufzutreten. Da die Gemeinde Much, zu der der Eichhof gehört, in den vergangenen drei Jahren selbst kein eigenes Dreigestirn aufgestellt hatte, repräsentierten die drei Regenten der Lebensgemeinschaft auch diesen Ort und seine umliegenden Dörfer. Bei den Auftritten kommt es zu Begegnungen mit Menschen in der näheren und weiteren Umgebung, es wird miteinander gefeiert, egal woher man kommt, egal ob alt oder jung, behindert oder nicht behindert.
Zusätzlich zum Dreigestirn gibt es seit drei Jahren eine Tanzgruppe, die die drei, ihre Adjutanten (das Dreigestirn des Vorjahres) und den Prinzenführer zu den Auftritten begleiten. In jedem Jahr wird ein neuer Tanz einstudiert, mit dem sie die Karnevalsjecken immer wieder begeistern.
 
Ein besonderes Highlight aber für alle Beteiligten ist die Teilnahme am Rosenmontagszug in Much. Mit einem eigenen Wagen dabei zu sein, Freude in die Bevölkerung zu bringen, die Jecken am Straßenrand mit Süßigkeiten und Blumen zu beglücken ist sicher der Höhepunkt für das Dreigestirn, sein Gefolge und die Tanzgruppe. Sie erleben, wie die Bevölkerung sie voller Freude erwartet, ihnen zujubelt, Anerkennung zeigt!
 
Auf diese Weise in die Öffentlichkeit zu treten, bietet den Bewohnern des Eichhofs die Teilhabe am öffentlichen Leben und die Einladung zu weiteren Begegnungen bei Festen innerhalb und außerhalb der Lebensgemeinschaft. Diese Erfahrung, einen „ungehemmten“ Zugang zueinander zu finden, ein selbstverständliches Miteinander, bedeutet gleichzeitig das Erleben, Teil der Gesellschaft zu sein. Die karnevalistische Brauchtumspflege auf und um den Eichhof herum als lebendiges „inklusives Kulturprojekt“; das ist gelebte Inklusion, die begeistert.
 
 
Session 2016/2017:
 
 
 
 
 
Session 2015/2016:
 
 
 
 
 
 
 
Session 2014/2015:
 
 
 
 
 
 

Session 2013/2014: